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Bio-treibstoff: Eine idee wird zum Bumerang

Smith, J

Wagenbach, Germany   December 13 2012

www.wagenbach.de

ISBN 978-3-8031-3644-2

Eine Welt, angetrieben durch Bioenergie: wie grün, wie sauber, wie nachhaltig und friedlich? Der Traum ist ausgeträumt. Nüchtern zeigt Smith die dramatischen Folgen des Anbaus und Vertriebs von Biokraftstoffen.

Die Idee ist nicht neu: Schon 1925 sprach Henry Ford davon, dass der Jahresertrag eines Kartoffelackers ausreichen würde, um den für die Bearbeitung notwendigen Maschinen hundert Jahre Energie zu liefern. Heute soll ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs durch Bioenergie gedeckt werden. Für Entwicklungsländer entstehen damit wirtschaftlich sehr lukrative Möglichkeiten, nicht ohne schwerwiegende Konsequenzen: Agrarnutzflächen werden ökologisch verwüstet, Kleinbauern ihrer Lebensgrundlagen beraubt, Hunger breitet sich aus. Die Gewinner sind wieder einmal die Großkonzerne. Smith bezeichnet die vermeintlich grüne Wende als moderne Form der Kolonisierung, die zu weiterer Verschärfung des globalen Nord- Süd-Konflikts führt. Vor allem kritisiert er, dass die weitreichenden politischen Entscheidungen zur Bioenergie auf wissenschaftlich noch unzureichenden Grundlagen getroffen werden. Risiken werden in Kauf genommen und erneut »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« (Jean Ziegler, bis 2008 UN- Sonderberichterstatter) begangen, um weiterhin bedenkenlos dem Überkonsum von Energie frönen zu können.

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A world driven by bioenergy: green, clean, sustainable and peaceful? The dream is over. Sober Smith shows the dramatic consequences of the cultivation and distribution of biofuels.

The idea is not new: In 1925 Henry Ford said that the annual yield of an acre of potatoes would be sufficient to provide the enough energy for one hundred years. Today, a quarter of global energy demand is met by bioenergy. For developing countries this provides economically very lucrative opportunities, but not without serious consequences: Agricultural land has ecologically devastated small farmers and deprived them of their livelihoods; hunger is spreading. The winners are once again the big corporations. Smith referred to this supposedly green initiative as a modern form of colonization, which leads to further intensification of the global North-South conflict. In particular, he criticized the far-reaching political decisions that are made for bioenergy for being based on insufficient scientific grounding. There are risks to be accepted and "crimes against humanity" (Jean Ziegler, UN Special Rapporteur to 2008) will be committed to continue to indulge in the over-consumption of energy.